· Jugendrotkreuz

JRK Markt Schwaben: Wo junge Menschen Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben

Das Jugendrotkreuz des BRK-Kreisverband Ebersberg in Markt Schwaben wächst, lebt und begeistert. Woche für Woche treffen sich zahlreiche Kinder und Jugendliche, um Erste-Hilfe zu lernen, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung zu übernehmen. Hinter dieser starken Entwicklung steht ein engagiertes Team – und ein örtlicher JRK‑Leiter, der das Ganze mit viel Herzblut begleitet. Im Interview gibt er Einblicke in seinen Weg, seine Motivation und die Zukunft des JRK Markt Schwaben.

Seit wann bist du beim JRK bzw. BRK aktiv und wie hat dein Weg hierher ausgesehen?

Mein Einstieg war 2014 im Schulsanitätsdienst. 2017, nach meinem Abi, wollte ich unbedingt weitermachen und bin deshalb in die Bereitschaft eingetreten. Außerdem habe ich im RUD‑Team (Realistische Unfalldarstellung) angefangen und war gleichzeitig auf der Suche nach einer eigenen JRK‑Gruppe. Seit 2018 bin ich jedes Jahr beim Hütten- und Zeltlager dabei – zunächst ohne eigene Gruppe, später habe ich Anno Haase, unseren jetzigen Bereitschaftsleiter und damaligen Jugendgruppenleiter, unterstützt und bin ab Herbst 2018 immer stärker in die Organisation in Markt Schwaben eingestiegen.
Ich komme aus Aßling und bin parallel auch in Glonn in der Bereitschaft aktiv. Seit drei Jahren arbeite ich als Notfallsanitäter in Ebersberg und studiere seit Oktober Rettungsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Augsburg – ein neuer Studiengang, der perfekt zu meinem Weg passt.

Was begeistert dich an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

Die Freude, die Leichtigkeit und die vielen Ideen. Kinder und Jugendliche gehen unvoreingenommen an Dinge heran – „Wir machen einfach mal“. Dieses gemeinsame Agieren, das Zusammenwachsen als Gruppe und das Miteinander sind unglaublich bereichernd.

Welche Erfahrungen haben dich in deiner Rolle als örtlicher JRK‑Leiter besonders geprägt?

Vor allem die organisatorische Verantwortung: Gruppenstunden müssen laufen, Konflikte wollen gelöst werden, und bei steigenden Teilnehmerzahlen braucht es genügend Gruppenleiter. Mittlerweile haben wir 79 JRK-Mitglieder und 14 Gruppenleiter, die sinnvoll eingesetzt werden sollen, ohne dass jemand überlastet wird. Diese Balance zu halten, prägt meine Arbeit sehr.

Was macht das JRK Markt Schwaben für dich besonders?

Die hohe Aktivität, die Freude und die tolle Stimmung. Herausforderungen werden gemeinsam und positiv angegangen. Es ist viel Arbeit – aber es macht Spaß, und die Erwartungen, das Vertrauen das positive Feedback motivieren uns zusätzlich.

Welche Projekte oder Aktionen der letzten Zeit liegen dir besonders am Herzen?

Unsere Zeltlager sind meine großen Herzensprojekte. Wir wollen uns dabei stärker von rein klassisch medizinischen Themen lösen und mehr Gemeinschaft, Erlebnisse und neue Inhalte einbauen. Außerdem unterstütze ich gern die Ideen unserer JRK-Gruppenleiter – ihre Begeisterung trägt das JRK. Wichtig ist auch unser Gruppenleiter‑Tag zur Ausrichtung der kommenden Monate sowie die Planung unseres Aktionstags am 8. Mai zum Weltrotkreuztag.

Wie schafft ihr es, so viele Kinder und Jugendliche langfristig zu begeistern?

Durch abwechslungsreiche Gruppenstunden, spannende Aktivitäten wie Übernachtungen, Ausflüge, Besuche bei Feuerwehr, THW oder Rettungshubschrauber und eine offene, einladende Atmosphäre. Unser gemütliches BRK‑Heim ist besonders für ältere Jugendliche ein echter Treffpunkt. Insgesamt haben wir einfach Themen zu bieten, die für Kinder und Jugendliche interessant und relevant sind.

Welche Werte möchtest du vermitteln?

Offenheit, gemeinsames Handeln, Konfliktfähigkeit und Hilfsbereitschaft – unabhängig von Herkunft oder Religion und nicht zu vergessen unseren ersten Grundsatz: Menschlichkeit! Außerdem auch die Freude an kleinen Dingen sowie das Erleben echter Gemeinschaft.

Wie förderst du Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein?

Unsere Gruppenleiter arbeiten eigenverantwortlich: Sie planen Gruppenstunden, kommunizieren mit Eltern und organisieren eigene Aktivitäten. Gleichzeitig stehen sie nie allein da – wir unterstützen uns gegenseitig.
Teamgeist entsteht durch gemeinsame Gruppenleiterwochenenden, Besprechungen, Spieleabende und gemütliches Beisammensein. So sind viele Freundschaften entstanden, die die Zusammenarbeit stärken.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit BRK, Schulen, Eltern und Gemeinde?

Mit der Bereitschaft arbeiten wir eng zusammen – viele JRK-Mitglieder sind in beiden Gemeinschaften - JRK und Bereitschaft -aktiv, was Synergien schafft.
Die Zusammenarbeit mit Schulen möchten wir weiter ausbauen, denn es gibt viele potenzielle Schulen im näheren Umfeld.
Mit der Gemeinde stehen wir regelmäßig in Kontakt und wir sind auch jedes Jahr zum Beispiel beim Neujahrsempfang dabei.
Eltern informieren wir bei Elternabenden und vor allem durch direkte Kommunikation der Gruppenleiter.

Welche Bedeutung haben ehrenamtliche Helferinnen und Helfer?

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben für das JRK eine zentrale Bedeutung. Unsere gesamte Arbeit wird freiwillig geleistet. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, das BRK stellt zahlreiche Aus‑ und Weiterbildungsangebotesowie die erforderliche Ausrüstung zur Verfügung. 

Welche Ziele hast du für das JRK Markt Schwaben?

Wir wollen unsere Aktivitäten beibehalten, Abläufe weiter strukturieren und mehr Angebote außerhalb der Gruppenstunden schaffen. Außerdem suchen wir immer neue Gruppenleiter und auch jemanden, der die örtliche Leitung unterstützt. Kleine Projekte und Aktionen sollen das Jahr zusätzlich bereichern.

Was wünschst du dir von der Markt Schwabener Gemeinschaft?

Unterstützung – sei es durch eigene Mitarbeit oder indem Kinder und Enkel motiviert werden, bei uns mitzumachen. Unsere Arbeit finanziert sich über Fördermitglieder, und wir freuen uns über jede Form der Beteiligung.

Welche Termine stehen dieses Jahr an und wie kann man Euch kennen lernen?

  • Am 8. Mai – Weltrotkreuztag: Ein Aktionstag in Markt Schwaben. Details folgen in Kürze.
  • Auf den Jahreszeitenmärkten: Das JRK ist immer wieder vertreten und es sind dort auch von der Bereitschaft Informationen zur Jugendarbeit des JRKS zu bekommen, auch wenn das JRK nicht mit am Stand ist.
  • Und bei unseren Gruppenstunden, bei denen jeder jederzeit reinschnuppern darf (außerhalb bayrischer Schulferien):
  • JRK A, ab 14 Jahren, Freitag 18:30 – 20:00 Uhr
  • JRK B, 11-15 Jahre, Freitag 16:30 – 18:00 Uhr
  • JRK C „Juniorrettungshelfer“, 9-12 Jahre, Mittwoch 17:00 – 18:30 Uhr
  • JRK D „Minihelden“, 6-9 Jahre, Dienstag 17:30 – 18:30 Uhr

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