Seit mehr als fünf Jahrzehnten engagiert sich Monika ehrenamtlich beim Bayerischen Roten Kreuz – eine beeindruckende Zeitspanne, in der sie unzählige Stunden für andere Menschen da war. Ihr Engagement steht beispielhaft für große Hilfsbereitschaft und zeigt, wie wertvoll ehrenamtliche Arbeit für unsere Gemeinschaft ist. Im folgenden Interview gibt Monika Einblicke in ihre Motivation, ihre Erfahrungen und ihre Wünsche für die Zukunft.
Seit über 50 Jahren engagierst du dich ehrenamtlich beim BRK. Wie hat dein Weg damals begonnen?
1972 wurde in Markt Schwaben das Jugendrotkreuz gegründet, in einer Zeit in der die Babyboomer im Teenageralter waren. Da andere Hilfsorganisationen wie Feuerwehr oder THW Anfang der 1970iger noch reine Männerdomänen waren, war das Jugendrotkreuz für Mädchen sehr attraktiv und ich kam mit einigen Schulkameradinnen zum Jugendrotkreuz.
Es dauerte nicht lange und das Jugendrotkreuz bestand aus drei Jugendgruppen, die nach Alter gegliedert waren, allerdings lag damals – anders als heute – das Mindestalter bei 12 Jahren. Mit 16 Jahren durfte man dann endlich zu den Erwachsenen und mit 17 Jahren im Rettungsdienst mitfahren – damals das Ziel aller Jugendlichen!
Was hat dich dazu motiviert, so lange und so kontinuierlich beim BRK aktiv zu bleiben?
Das Interesse am BRK war mir gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Bei meinen Recherchen zum 90-jährigen Jubiläum der Bereitschaft Markt Schwaben im letzten Jahr ist mir ein Bild meiner Oma in die Hände gekommen, die bereits 1935 in Markt Schwaben Mitglied in der damaligen Frauenbereitschaft war.
Bis 1993 waren die Frauen offiziell in den Frauenbereitschaften und die Männer in den Sanitätskolonnen organisiert. Das hatte historische Wurzeln, da bereits die ersten Rotkreuzvereine in den 1860iger Jahren in Sanitätskolonnen für Männer und Frauenvereinen getrennt waren.
Rotkreuzgeschichte ist eines meiner aktuellen Lieblingsthemen, die Recherchen zu unserer Geschichte in Markt Schwaben begeistert mich noch immer. Ein Etappenziel war die Ausstellung darüber im Jubiläumsjahr 2025 im Heimatmuseum. Aber es gibt noch viel zu tun zumal gerade von den Frauen aus den Anfangsjahren aktuell kein Material vorliegt, so haben wir zwar die Namen unserer „Gründungsmänner“ aber die Unterlagen zu den „Gründungsfrauen“ sind verschollen.
Welche Stationen oder Aufgaben haben dich in diesen fünf Jahrzehnten besonders geprägt?
Es heißt so schön „Alles im Leben hat seine Zeit“, so waren meine Anfangsjahre geprägt von den Diensten im Rettungsdienst, die bis 1990 regelmäßig an allen Wochenenden und Feiertagen ausschließlich von den ehrenamtlichen Rotkreuzlern geleistet wurden.
Das zum 1.1.1990 in Kraft getretene Rettungsdienstgesetzt hat da einen großen Umbruch bewirkt. Die Hauptaufgaben im Ehrenamt verlagerten sich mehr auf Sanitätswachdienste bei diversen Veranstaltungen wie Sportturniere und Open-Air-Veranstaltungen.
Seit 2003 bin ich Ausbilderin für Erste-Hilfe. Ausbildung ist überhaupt ein Thema für mich, so war es mir ein großes Anliegen nach meiner Wahl zur stellvertretenden Bereitschaftsleiterin im Jahr 2005 auch unsere Bereitschaftsmitglieder auf den neuesten Stand zu bringen und regelmäßige Ausbildungsabende abzuhalten. Aktuell freue ich mich auch an der neu eingeführten Einsatzkräftegrundausbildung mitwirken zu dürfen.
Wie bist du zum Blutspendedienst gekommen?
Der Blutspendedienst ist ein Aufgabengebiet von vielen in den Bereitschaften und wie auch mit allen anderen Diensten werden irgendwann einmal alle Bereitschaftsmitglieder gefragt wer Zeit hat und ich hatte / habe freitags nachmittags Zeit.
Welche Aufgaben übernimmst du bei Blutspendeterminen und was macht dir besonders Freude?
Bei den Blutspendeterminen übernimmt die Bereitschaft die Aufgabengebiete Anmeldung / Registrierung und Verpflegung / Betreuung / Verabschiedung. Meistens beteilige ich mich bei der Verpflegung, manchmal auch in der Anmeldung.
Das Schöne daran ist, dass es ruhige Dienste sind bei denen man auch Gelegenheit hat mit den Spendern ins Gespräch zu kommen. Nach 50 Jahren braucht man nicht mehr den Nervenkitzel der Blaulichteinsätze.
Wie haben sich Blutspendetermine und die Arbeit dahinter im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Von Jahrzehnten kann man in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Das Bayerische Rote Kreuz hat die Blutspendetermine in Markt Schwaben bzw. im Landkreis Ebersberg erst 2017 vom Blutspendedienst der Landeshauptstadt München übernommen.
Die meisten für uns relevanten Veränderungen liegen in der Digitalisierung. Dies betrifft hauptsächlich das Team bei der Anmeldung / Registrierung. Wurstsemmeln belegen und Kaffee kochen im Team Verpflegung / Betreuung sind immer noch Handarbeit.
Welche Botschaft möchtest du Menschen mitgeben, die überlegen, selbst Blut zu spenden?
Blutspenden kann wirklich (fast) jeder gesunde Mensch und eine Spende hilft bis zu drei Patienten.
Was wünschst du dir für die Zukunft des Blutspendedienstes und des Ehrenamts im BRK?
Dass noch viel mehr Menschen zur Blutspende kommen. Außerdem wünsche ich mir, dass sich immer wieder Menschen finden, die sich dem Geist des Roten Kreuzes zugewandt fühlen, ganz im Sinne von Henry Dunant „Tutti fratelli“.
Kommende Blutspendetermine
Markt Schwaben
- Datum: Freitag, 08. Mai 2026
- Uhrzeit: 15:30 – 20:00 Uhr
- Ort: Mittelschule Markt Schwaben, Habererweg 10, 85570 Markt Schwaben
- Veranstalter: Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK)
Poing
- Datum: Mittwoch, 13. Mai 2026
- Uhrzeit: 15:00 – 20:00 Uhr
- Ort: Bürgerhaus Poing, Bürgerstraße 1, 85586 Poing
- Veranstalter: Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK)
Hinweis: Für alle Termine wird eine Online‑Terminreservierung empfohlen, um Wartezeiten zu vermeiden. Alle Termine und Standorte unter: www.blutspendedienst.com
Warum Blut spenden?
- Blut ist lebensnotwendig – jeden Tag.
In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt, z. B. für Unfallopfer, Krebspatienten oder bei Operationen. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden. - Eine Spende kann bis zu drei Leben retten.
Eine Vollblutspende wird in verschiedene Blutbestandteile aufgeteilt und kommt mehreren Patientinnen und Patienten zugute. - Blutspenden ist gelebte Solidarität.
Jede Spende ist ein aktiver Beitrag für die Gemeinschaft – regional, freiwillig und unverzichtbar für die medizinische Versorgung.
Kurz gesagt:
Blutspenden rettet Leben. Kommen Sie vorbei! In Markt Schwaben am 08. Mai 2026 oder in Poing am 13. Mai 2026. Alternative Termine und Blutspendestandorte unter www.blutspendedienst.com.


